International Society of Dermatology in the Tropics e.V.

Arbeitsgruppe · Uganda

Hilfe zur Selbsthilfe in Mbarara

Deutsche Fachärztinnen und Fachärzte bilden vor Ort Dermatologen aus, um nachhaltige Veränderungen zu schaffen. Im Zentrum steht die Skin-Clinic der Universität Mbarara — die einzige dermatologische Klinik Ugandas.

Unsere Ziele

Stellen Sie sich vor …

  • … Sie leben in bitterer Armut in Uganda, einem der ärmsten Länder der Welt.
  • … Sie oder Ihr Kind leiden unter einer quälenden Hauterkrankung.
  • … der Fußweg zum nächsten Arzt dauert viele Stunden oder sogar Tage.
  • … einen Hautarzt zu finden ist nahezu unmöglich: Für die rund 40 Millionen Ugander gibt es weniger als zehn Dermatologen.

Wir möchten Hilfe zur Selbsthilfe leisten und eine nachhaltige Verbesserung der dermatologischen Versorgung in Uganda erreichen. Durch die gezielte Unterstützung der Hautklinik der Universität Mbarara werden einheimische Ärztinnen und Ärzte zu qualifizierten Fachärzten ausgebildet — die ihr Wissen anschließend im ganzen Land weitergeben.

Wie wir helfen

Unsere Hilfe wird ganz überwiegend ehrenamtlich geleistet — bei der Arbeit vor Ort ebenso wie in Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit. Alle Spendengelder kommen ausschließlich den Menschen in Uganda zugute.

Finanziell

  • Anschaffung dringend benötigter medizinischer Geräte, Einrichtungsgegenstände und Fachliteratur
  • Kauf notwendiger Medikamente und Heilsalben für die Versorgung der Ärmsten der Armen
  • Ausbildung junger angehender Dermatologen, die während ihrer Assistenzarztzeit kein Gehalt von der Universität beziehen
  • Finanzierung von Weiterbildungsaufenthalten der Assistenzärztinnen und -ärzte im Ausland

Personell

  • Vermittlung erfahrener deutscher Hautärztinnen und -ärzte zur unentgeltlichen Mitarbeit vor Ort
  • Ausbildung der einheimischen Ärzte nach internationalen Standards
  • Unterrichtung von Medizinstudenten

Die Skin-Clinic in Mbarara

Hautärztin Dr. Karin Miller-Schaake mit Klinikleiter Dr. Grace Mulyowa (rechts) und angehenden ugandischen Dermatologen
Hautärztin Dr. Karin Miller-Schaake mit Klinikleiter Dr. Grace Mulyowa (rechts) und angehenden ugandischen Dermatologen
Die von Prof. Dr. Gerold Jäger gegründete Skin-Clinic (untere Etage) — die einzige dermatologische Klinik des Landes
Die von Prof. Dr. Gerold Jäger gegründete Skin-Clinic (untere Etage) — die einzige dermatologische Klinik des Landes
Im „Wartezimmer“: Der Andrang ist immer groß, die Patienten warten geduldig
Im „Wartezimmer“: Der Andrang ist immer groß, die Patienten warten geduldig
Sprechstunde: Untersuchung im Beisein von Assistenzärzten und angehenden Pflegekräften
Sprechstunde: Untersuchung im Beisein von Assistenzärzten und angehenden Pflegekräften
Wissen weitergeben: Auf eine fundierte Ausbildung wird großer Wert gelegt (Dr. Claudia El Gammal mit Assistenzärzten)
Wissen weitergeben: Auf eine fundierte Ausbildung wird großer Wert gelegt (Dr. Claudia El Gammal mit Assistenzärzten)
Die Krankenstationen: Patienten schlafen gemeinsam mit Angehörigen und vielen anderen Kranken in großen Schlafsälen
Die Krankenstationen: Patienten schlafen gemeinsam mit Angehörigen und vielen anderen Kranken in großen Schlafsälen

Womit wir es zu tun haben

Hauterkrankungen spielen in Uganda eine immense Rolle — das Spektrum unterscheidet sich deutlich von dem in Europa.

Infektionskrankheiten

Pilzerkrankungen der Kopfhaut (Tinea capitis) betreffen die meisten Kinder; Krätze (Scabies) und bakterielle Hautinfektionen sind weit verbreitet und unbehandelt mit schweren Komplikationen verbunden.

HIV-assoziierte Hauterkrankungen

Bei HIV-Infizierten treten fast immer Hautkrankheiten auf und verlaufen besonders schwer — von ausgedehnten Viruswarzen bis zur Knötchenflechte.

Keloide

Stark pigmentierte Haut neigt zu ausgeprägten Wulstnarben — etwa nach Verletzungen, Ohrlochstechen oder den in Uganda häufigen Verbrennungen beim Kochen auf offener Flamme.

Hauttumoren & Albinismus

Bösartige Hauttumoren sind insgesamt seltener, treffen aber Menschen mit Albinismus besonders hart: Sie entwickeln oft schon in jungen Jahren Hautkrebs.

Arzneimittelnebenwirkungen

Der unkontrollierte Einsatz von Medikamenten — mangels Ärzten oft nach Symptom-Schemata — führt häufig zu schweren Hautreaktionen.

Tropenkrankheiten

Etwa der Befall mit Sandflöhen (Tungiasis, „Jiggers“) bei der barfuß gehenden Landbevölkerung — mit Juckreiz, Entzündungen und Fußdeformitäten.

Geschichte

Bis zum Aufbau der Skin-Clinic gab es in Uganda — wie in vielen afrikanischen Ländern — keine qualifizierte Behandlung von Hautkrankheiten und keine Möglichkeit, das Fach zu erlernen.

1997 gründete der Würzburger Dermatologe Prof. Dr. Gerold Jäger gemeinsam mit seiner Frau Dr. Elisabeth Jäger die Skin-Clinic an der Universität von Mbarara und legte damit den Grundstein für die dermatologische Versorgung des Landes. Bis 2004 bauten beide die Klinik vor Ort auf und begleiteten sie danach Jahr für Jahr weiter. Für ihren Einsatz wurde dem Ehepaar Jäger 2014 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

2010 wurde der Verein „Skin Health for Africa“ mit Sitz in Jena gegründet, um das Lebenswerk der Jägers weiterzuführen — 2019 ging er in der Arbeitsgruppe Uganda der ISDT auf.

Heute wird die Skin-Clinic vom ugandischen Dermatologen Dr. Grace Mulyowa geleitet. Als Ausbildungsstätte genießt sie in ganz Ostafrika einen hervorragenden Ruf — bleibt aber aufgrund der prekären Finanzlage des ugandischen Gesundheitssystems dringend auf Unterstützung angewiesen.

Uganda in Zahlen

< 10
Dermatologen für ca. 40 Mio. Einwohner
1 : 20.000
Ärzte pro Einwohner (Deutschland: 1 : 250)
35 €
staatliche Gesundheitsausgaben pro Kopf und Jahr
15 Jahre
Altersdurchschnitt — eine der jüngsten Bevölkerungen weltweit

Kooperationspartner

Die Arbeitsgruppe arbeitet eng mit einer Niederlassung des Ordens der Daughters of Divine Charity, der Mother Franciska Lechner Health Unit II in Rushooka (ca. 100 km westlich von Mbarara), zusammen. Die Ordensschwestern betreiben dort ein Gesundheitszentrum, das die medizinische Versorgung der gesamten Region leistet — von HIV-Reihenuntersuchungen über Impfungen bis zur Basisdiagnostik im eigenen Labor.

Die europäischen Gastärztinnen und -ärzte der Skin-Clinic kommen regelmäßig für Wochenend-Sprechstunden nach Rushooka, untersuchen hautkranke Patienten und veranlassen bei Bedarf einen Transport in die Skin-Clinic.

Kontakt: Sr. Marlene Webler · Africamtw@gmail.com

Aus der Arbeit der AG

  1. September 2020

    Dr. Peter Mugisha, in der Skin-Clinic wesentlich für die Ausbildung der Assistenzärztinnen und -ärzte verantwortlich, stirbt 38-jährig an den Folgen einer COVID-19-Infektion. Er hinterlässt eine kaum zu schließende Lücke.

  2. 2020

    Die Corona-Pandemie legt mit einem strengen Lockdown das öffentliche Leben lahm; die geplanten Einsätze von Prof. Jäger und Dr. El Gammal müssen abgesagt werden.

  3. September 2019

    Die Mitgliederversammlung der ISDT in Dresden beschließt die Gründung der Arbeitsgruppe Uganda; der Verein „Skin Health for Africa e.V.“ wird aufgelöst und sein Vermögen an die ISDT übertragen.

  4. 2019

    Großzügige Gerätespenden (u. a. Autoklav, OP-Instrumente, UV-Technik) erreichen nach langem Genehmigungsverfahren die Skin-Clinic.

  5. 2018

    Vier neue Assistenzärztinnen aus Tansania, Somalia und Kenia beginnen ihre Ausbildung — elf angehende Dermatologinnen und Dermatologen sind nun in der Skin-Clinic. Spende und Inbetriebnahme einer UVB-Ganzkörper-Therapieeinheit.

  6. 2016–2017

    Mehrwöchige Lehr-Einsätze deutscher Dermatologinnen und Dermatologen (u. a. Dr. Miller-Schaake, Dr. El Gammal, Prof. Weisshaar); vier Absolventen erhalten ihre Facharztanerkennung. Einführung der elektronischen Patientendatenerfassung.

Spenden

Jeder Betrag hilft — und kommt ohne Abzüge in Uganda an. Auf Wunsch stellen wir gern eine Spendenquittung aus (Adresse auf dem Überweisungsträger angeben).

Empfänger
International Society of Dermatology in the Tropics e.V.
IBAN
DE94 6649 0000 0015 3915 02
BIC
GENODE61OG1
Bank
Volksbank in der Ortenau, Offenburg

Mitarbeiten als Ärztin/Arzt

Sie möchten vor Ort in der Skin-Clinic mithelfen? Wir freuen uns über jede Unterstützung. Das sollten Sie mitbringen:

  • Abgeschlossene dermatologische Facharztausbildung und mehrjährige Berufserfahrung
  • Sehr gute Englischkenntnisse
  • Bereitschaft, junge Assistenzärztinnen und -ärzte auszubilden
  • Mindestens drei Wochen Zeit; die Kosten des Aufenthalts tragen Sie selbst, die Unterkunft stellt die Universität
Kontakt aufnehmen

Fotos: Archiv der Arbeitsgruppe Uganda / ISDT e.V.